WOHNUNG ZU VERLOSEN

FELIX EGGMANN – WOHNUNG ZU VERLOSEN 
ab Januar 2012

Bild: Entwurf für ein mögliches Inserat

Felix Eggmann (*1977 in St. Gallen) lebt und arbeitet in Zürich. Nach der Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste im Studienfach Neue Medien (1999-2003) arbeitete er bis 2010 als Assistent an der ZHdK in den Bereichen Generatives Design / Echtzeit Grafik, Interaktive Installation und Creative Computing. Unter dem Label “FLX Labs” erarbeitet er eigene künstlerische Projekte, die oft eine spielerische Form annehmen. Für PLAY-MOBILE wird Felix Eggmann eine neue Arbeit konzipieren, welche die Kriterien der Wohnungsvergabe bzw. die Aufnahmeverfahren von Neu-Mitgliedern in Baugenossenschaften thematisiert.

Mit dem Projekt „Wohnung zu verlosen“ will Eggmann ein System der Mieterwahl einrichten, dass bei der Vermietung einer bestimmten Wohnung in den neuen Bauten auf dem Hunziker-Areal „Soziale Ungerechtigkeit, Verfilzung und menschlichen Irrtum oder Willkür verhindern soll“ (Eggmann). Die Auswahl unter den Bewerberinnen und Bewerbern will der Künstler ganz dem Zufall überlassen. Dafür wird er eine Reihe Spielregeln bestimmen, die das Zufälligkeitsprinzip gewährleisten.

In einem ersten Treffen wird Eggmann die von ihm konzipierten Spielregeln für die Vergabe der ausgewählten Wohnung den Mitgliedern der Geschäftsleitung von mehr als wohnen vorstellen, und mit ihnen über die Realisierbarkeit des Projektes sowie dessen Bedingungen diskutieren. Das Kuratorenduo Grillo/Wagner wird die erste Sitzung moderieren und mit weiterem Recherchematerial zu Wohnungsvergabepolitik von Genossenschaften unterfüttern. In einem zweiten Treffen werden die zwei Parteien über nötige oder mögliche Änderungen in den vom Künstler definierten Spielregeln verhandeln. In einer dritten, feierlichen Veranstaltung werden die verhandelten Spielregeln vertraglich festgelegt. Alle drei Veranstaltungen werden öffentlich sein und werden ab Januar 2012 in Zürich stattfinden.

Die Arbeit, welche auf den ersten Blick die schlichte Form eines trockenen „Vertrages“ zwischen Felix Eggmann und der Baugenossenschaft mehr als wohnen zu haben scheint, überspringt bei einer genaueren Analyse die Idee eines traditionellen Kunst-und-Bau Projektes, ohne diese aber komplett zu verneinen. Ähnlich einer eher konventionellen Arbeit wird das Projekt „Wohnung zu verlosen“ dauerhaft das neue Quartier in Zürich-Leutschenbach prägen und „ausschmücken“. Genau wie diese wird sie ausserdem auch unregelmässige „Unterhaltsarbeiten“ benötigen – hier mehr im Sinne von einem administrativen Aufwand denn als technischer Einsatz von Reinigungs- oder Renovationsteams. Die Unberechenbarkeit und Veränderbarkeit, welche der Arbeit innewohnen, bringen aber eine neue Komponente innerhalb dieses bestens bekannten Schemas: Die Arbeit verändert sich zusammen mit den Menschen, die sie mit jedem MieterInnenwechsel in die Arbeit selbst involviert, und lebt auch von deren Vielfältigkeit und Diversität. Das zufällige Auswahlverfahren sorgt dafür, dass unerwartete und vielleicht auch „nicht ganz passende“ Personen den Zugang zum Mikrokosmos der Baugenossenschaft finden und diesen auf ihrer je eigene Weise beeinflussen.

Webseite des Künstlers: www.flxlabs.org

2 Antworten auf WOHNUNG ZU VERLOSEN

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