Gute Kunst erkennt man in genau 32 Minuten.

Während bei der Phase 1 eine stundenlange und hitzige Diskussion dazu führte, dass man dem Kuratoren-Team Grillo/Wagner den Zuspruch gab (eigentlich dem weiblichen Teil des Teams, Irene Grillo, während man Stefan Wagner wohl oder Übel in Kauf nahm), war die Diskussion am letzten Dienstag eine erstaunlich kurze.

 

 

Zu Beginn der Sitzung, an welcher Dan Schürch seine Geschäftspartnerin Anne Kaestle, Duplex Architekten vertrat, übten sich die Mitglieder der Kunstkommission in Selbstkritik. Man war sich bewusst, dass die Archtekten zu wenig umfangreich informiert wurden und dass man sie damit ins offene Messer hat laufen lassen. Den Wunsch nach Kunst, welcher dem Bau einen Mehrwert verleihen würde, will man allerdings ernst nehmen, nicht zuletzt wegen der langen Tradition von verschönernden Kunst an Genossenschaftsbauten und Arbeitersiedlungen. Diese Thematik möchte man den Künstlern der Phase II als Aufgabenstellung mitgeben um den geschichtlichen Kontext des Quartiers miteinzubeziehen.

 

 

Das Architekturbüro ‘Futurafrosch‘ hatte aus Anlass der Präsentation ein paar Tage zuvor die Brüder Patrick und Frank Riklin und ihr ‘Atelier für Sonderaufgaben‘ ins Spiel gebracht und bei der Abstimmung war man sich sofort einig, dass man das Budget von CHF 400’000.– diesen beiden anvertrauen wollte. Sabine Frei musste während der Abstimmung übrigens den Raum verlassen, weil sie als Mitbesitzerin von ‘Futurafrosch’ nicht unparteiisch ist. Dies auf ausdrücklichen Wunsch des seriös marin gewandeten und von einer beeindruckenden, sowie verblüffenden Ernsthaftigkeit umwehten Philipp Meier.

 

 

Mirjam Varadinis sowie Charlotte Tschumi, denen die Arbeiten der Brüder Riklin bekannt sind, haben sich beide sehr positiv über die Professionalität, Kooperationsbereitschaft und die fachmännische Herangehensweise der beiden an deren Sonderaufgaben geäussert. Ausserdem traut man diesem Duo mehr mediale Anziehungskraft zu, als den beiden Vorgängern, welche sich bewusst kommerziellen Kanälen wie Facebook oder Youtube verweigert hatten.

Die Zusammenarbeit mit dem Kuratorenteam Grillo/Wagner war Inhalt der restlichen Sitzungszeit. Die Vertreter der Baugenossenschaft beklagen fehlende Kommunikationsbereitschaft, zum Beispiel bezüglich der Pressearbeit für die Podiumsdiskussion über die Wohnungsverlosung, welche als tatsächliche Verlosung und nicht als Diskussion darüber angekündigt worden war. Einige Teilnehmer waren enttäuscht darob und hatten den Anlass darum vorzeitig verlassen.

Auch der Blog wurde einmal mehr diskutiert und die Kunstkommission hat sich negativ über die Neuerung darauf geäussert. Den Jurymitgliedern gefällt die Aufteilung zwischen dem Teil der Schreibenden und dem der Kuratoren nicht. Sie können nicht nachvollziehen, warum es Grillo/Wagner so wichtig ist, einen eigenen Informationsstrang zu unterhalten, hätte es eine informative Agenda doch auch getan.Wie der Blog nach Ablauf der Zusammenarbeit mit den Kuratoren der Phase I aussehen wird, ist noch offen. Die Schreibende freut sich jedenfalls auf die weitere Zusammenarbeit mit der Kunstkommission und den Künstlern der zweiten Phase, sie kann ahnen, dass sich die beiden Jungs verdammt gut machen werden, in ihrem Blog…

 

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