Vertonte Gedanken zur Sitzung vom 26. März 2013

Anlässlich der letzten Sitzung vom 30. Oktober hatte sich die Jury von den beiden Künstlern Frank und Patrik Riklin eine Korrektur am Mind Setting, sowie tieferschürfende Informationen zum Gesamtkonzept SUZ (Social ürban Zone) gewünscht.

Doch es kam, wie es kommen musste. Das Mind Setting wurde zwar erwähnt, aber verändert hatte es sich nicht wirklich. Von Leidenschaft konnte die Schreibende wenig spüren, von Herzblut noch weniger. Die Schreibende hatte – einmal mehr – die grösste Mühe, ihre grosse Klappe zu halten, weil ihr blondes Hirn ohne Unterbruch redete und es für sie keine einfache Sache ist, so einen plappernden inneren Dialog unter Kontrolle zu halten.

Exklusiv und nur für diesen einen Blogeintrag gewährt die Schreibende einen Einblick in ihre gedankliche Debatte:

Die Künstler sagen: Also wir haben nun einen geeigneten Haustechniker gefunden, welcher den Trinkbrunnen einbauen wird. Er heisst Peter Meier und ist der Trainer des FC Schwamendingen, was wir sehr lustig finden.

Die Schreibende denkt: Ist ja spannend, wirklich. So so, Peter Meier heisst er also. Ungemein interessant. Hätte ja auch Karl Huber heissen können. Oder Peter Muster. Aber ausgerechnet Peter Meier. Heissen so nicht meistens die Pseudo-Klingelknöpfe, die den Briefträgern die Haustüre öffnen? Ist der Typ gar am Ende ein Pseudo-Türklingelknopf der sich als Haustechniker ausgibt? Kann es ein Zufall sein, dass ein Haustechniker ausgerechnet so heisst, wie der Pöstlerknopf oder verbirgt sich dahinter die feine Ironie eines ausgeklügelten Kopfes, der die Künstler und uns alle narren will?

Die Künstler sagen: Also der Brunnen wird dann so auf einer Schiene befestigt, damit er immer am gleichen Ort stehen bleibt. Und festgezurrt, mit einem Gurt. So einem Festzurrgurt, versteht ihr. Sonst rutscht der Brunnen. Aber mit der Schiene und dem Gurt steht er fest. Das mit dem Gurt haben wir uns überlegt, damit auch wirklich nichts verrückt.

Die Schreibende denkt: Verrückt? Ja, tatsächlich. So ein Gurt ist eine feine Sache. Man kann ja soviel befestigen mit so einem Gurt. Einen Brunnen zum Beispiel. Oder auch eine Hose, wenn man mal etwas an Gewicht verliert und die Hosen deswegen auch zu verlieren droht. Darum ist ein Gurt vermutlich eine naheliegende Lösung. Und auch praktisch. Weiss nicht, ob ich drauf gekommen wäre, auf die Gurt-Lösung. Vermutlich nicht. Kann gut sein, dass ich den Brunnen mit meiner Heissleimpistole festgeleimt hätte, was aber natürlich mittelfristig keine so gute Idee gewesen wäre, wie die mit dem Gurt. Schliesslich ist man froh, wenn man den Trinkbrunnen ab und an verschieben kann und das wird dann schwierig, wenn man ihn mit dem Heissleim an die Wand geklebt hätte. Und teuer obendrein. Schliesslich frisst so eine Pistole ja mehr Leimkapseln als ein Parkuhr Kleingeld an einem Samstag. Und jeder, der schon mal an einem Samstag in der Innenstadt geparkt hat, weiss, dass das nicht wenig ist. Drum bin ich jetzt wirklich froh, dass die beiden den Einfall mit dem Gurt hatten. Ob Hosenträger auch zur Debatte standen?

Die Künstler sagen: Es wird diverse Knöpfe geben. Besonders hübsche und je nachdem sogar beleuchtete!

Die Schreibende denkt: Wow! Leuchtknöpfe! Wenn das mal kein Geniestreich ist! Das Quartier wird ganz schön in Aufruhr kommen, wenn da auf einmal Leuchtknöpfe aus der Hauswand ragen. Wie die Vögel vom Schwamendinger Wald wohl auf diese Lichtverschmutzung reagieren werden? Und ob das Licht früher oder später blau sein wird, so wie jedes Licht in der Stadt Zürich früher oder später blau wird? Aber wie auch immer, die Knöpfe werden besonders gut aussehen. Das ist aber auch das mindeste. Schliesslich kriegen die beiden stattliche 400’000 Stutz, da kann man schon schöne Knöpfe erwarten. Also eigentlich sogar sehr sehr besonders schöne. Und beleuchtete auch. Wenn ich dran denke! 400’000 Franken! Dafür würde ich mir einen Fuss abhaken und aus den Zehenknochen Knöpfe schnitzen! Und für das Licht würde ich Glühwürmchen züchten, die darauf abgerichtet sind, erst zu leuchten, wenn sich jemand dem Trinkbrunnen nähert. (Aus Rücksicht auf die Vögel aus dem Schwamendinger Wald).

Die Künstler sagen: Also wir werden dann schon noch andere Sachen machen, aber das wollen wir jetzt noch nicht verraten. Es soll ja spannend bleiben mit unserer SUZ (Social ürban Zone).

Die Schreibende denkt: HA! Nichts verraten, damit es spannend bleibt. Ich wette, ihr habt noch keinen Blassen, was weiter gehen soll. Sonst müsstet ihr nicht so in Worthülsen und Nominalisierungen daherreden, dass man beinahe in eine hypnosegleiche Trance verfällt und einzuschlafen droht. Vielleicht wäre das eine Idee für die SUZ? Man könnte doch die Sitzungen aufnehmen (mache ich ja eh) und dann auf dem grossen Platz bequeme Liegen aufstellen und die Aufnahmen abspielen. So als Powernapping-Installation. Menschen aus der ganzen Schweiz, die an einer hartnäckigen Insomnie leiden, würden in Bussen hergekarrt und im Nullkommanix geheilt werden! Ob die Baugenossenschaft wohl Busparkplätze geplant hat und wie hält man die Busfahrer von der Installation fern, damit sich das Tunneldrama vom letzten Jahr nicht wiederholt? Vermutlich müsste die Installation von medizinischem Fachpersonal betreut werden oder aber der Kunstwirt müsste eine entsprechende Fortbildung absolvieren, das müsste man natürlich abklären, ich notier mir das zur Sicherheit mal, wer weiss?

Die Künstler sagen: blablabla

Die Schreibende denkt: Hätte ich vielleicht doch nicht die Wolford Strümpfe mit den Punkten kaufen sollen, sondern stattdessen die günstigeren vom Manor? Sind ja eigentlich auch ganz hübsch und weiss kommt auf meinen Beinen eh nicht so gut, weil weiss sind sie ja eh schon, das muss man ja nicht auch noch betonen. Und hoffentlich ist M/L nicht zu gross. Ist ja auch ein Fluch, dass ich mit meinen 172 cm und den 61,5 Kilo genau auf der Kippe zwischen S/M und M/L stehe. An der Hüfte reicht S/M ja in der Regel schon, aber die Beine sind dann halt meistens zu kurz. Aber wenn die Strümpfe zu gross sind sieht es auch scheisse aus. Dann wellt sich die Naht vorne auf dem Bauch so hässlich und das sieht man dann durch den Rock und könnte meinen, es sei eine Krampfader, die sich schnurgerade über meinen Bauch zieht. Obwohl ich jetzt gar nicht sicher weiss, ob es überhaupt Krampfadern am Bauch gibt, aber wer weiss das schon so genau. Es gibt schliesslich kaum etwas, was es nicht gibt! Warum sollte es da keine Krampfadern auf Bäuchen geben! Wär ja gelacht! Wenn aber die Beine zu kurz sind, dann verzieht sich das Muster so hässlich und dann wird aus härzigen kleinen Pünktli so hässliche lange Flären auf den Beinen. Vielleicht ist es doch besser, ich habe die Strumphose in M/L gekauft, weil dann doch noch lieber eine hässliche Naht auf dem Bauch als so Schlieren auf den Beinen. Lustig, dass ich verzogene Punkte als Schlieren bezeichne. Das hat der Ort eigentlich ja auch nicht verdient. Obwohl – vielleicht war er ja mal als rundes kleines Dorf angedacht und hat sich dann über die Jahre zu einem Schlieren entwickelt, könnte sein. Vielleicht ist es ja auch gar nichts negatives, so ein Schlieren. Aber auf den Beinen möchte ich es jetzt trotzdem nicht haben.

Was die Jurymitglieder während der Sitzung gedacht haben, entzieht sich leider der Erkenntnis der Schreibenden. Vielleicht wäre es hilfreich, deren Köpfe auch einmal zu vertonen.

 

 

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