Protokoll der Sitzung MEHR ALS KUNST vom 12. April 2011

Teilnehmende:

Die Jury in alphabetischer Reihenfolge:

Sabine Frei (SF), Andreas Hofer (AH), Philipp Meier (PM),  Charlotte Tschumi (CT), Mirjam Varadinis (MV)

Die Kuratoren in alphabetischer Reihenfolge:

Irene Grillo (IG), Stefan Wagner (SW)

Verantwortliche vor Ort: Monika Sprecher (MS),

Blog: Kafi Freitag (KF)

Anne Kaestle war wegen Krankheit abwesend, die Schreibende wünscht Gute Besserung!

Die Traktanden:

Obwohl nicht auf der Traktandenliste aufgeführt, war das erste Thema der BLOG. Der Eintrag mit dem Titel „Sitzung vom 29. März 2011“ vom 29.3.2011 warf viele Fragen auf und Protest wurde laut. Es entstand ein Diskurs darüber, was der BLOG sowie dessen Schreiberin soll, kann und darf. Was ist die Funktion des BLOGS und was die Rolle der Bloggerin? Darf ein Sitzungsprotokoll satirisch verfasst sein? Muss, falls „ja“, das satirische Protokoll als Satire gekennzeichnet werden? Darf man Sitzungsteilnehmern Wörter in den Mund legen, die sie so nicht gesagt haben? Darf man einen italienisch klingenden Akzent überzeichnen oder ist dies politisch unkorrekt? Darf der BLOG politisch unkorrekt sein oder ist er dann automatisch beledigend? Darf ein Blogeintrag beleidigend sein, darf er ausformulierte Beledigungen wiedergeben? Darf ein Blogeintrag selbstironisch sein, darf er nur eine allgemeine Stimmung abbilden statt eines korrekten Sitzungsablaufs? Warum beanstanden die verbal Verwundeten das Geschriebene erst anlässlich einer Sitzung und nicht umgehend als Kommentar auf dem Blog? Warum wird der Blog nicht dazu genutzt, seine eigene Sicht der Dinge darzulegen? Der Fragen waren viele, der Antworten auch.

Die Schreibende fragt darum: Wieviel Transparenz darf es denn heute sein? (Die Geister, die man rief…)

Der Blog wurde ursprünglich initiiert, um den Entscheidungsprozess und die Inhalte der sonst hinter verschlossenen Türen gehaltenen Jurysitzungen transparent zu machen. Der Blog ist keine Werbeplattform für die Künstler/Kuratoren, er wird die Projekte aber vorstellen und begleiten. Der Blog ist keine reine Protokoll-Abbildung der Sitzungen, aber er schafft gewisse Transparenz die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit hat.

Schlussendlich haben sich die Sitzungsteilnehmer darauf geeinigt, dass der Blog in diesem Sinne weitergeführt wird. Einzelne Sitzungsteilnehmer fordern mehr Inhalt und Information.

Präsentation des Projekts von Grillo&Wagner:

 

 

 

Nach der Präsentation der beiden Kuratoren Grillo und Wagner wurden Fragen bezüglich der Namensfindung sowie der Gewichtung der Kernbereiche ‚Recherche‘, ‚Reflexion‘ sowie ‚Dokumentation‘ gestellt. Der Namen PLAY-MOBILE steht für den spielerischen Umgang mit Mobilität und Netzwerken und lehnt sich im Bezug auf die architektonische Umwandlung und die Bebauung des Areals an den Spielzeug-Brand PLAYMOBIL an. Gemäss Irene Grillo werden die Diskussionen grosses Gewicht haben, weil auf dem Areal wenig Platz für Projekte zur Verfügung steht. Das Areal wird momentan zum grössten Teil vom umliegenden Gewerbe als Parkplatz genutzt. Daneben bietet es den Wohnwagen des Zirkus Knopf während den Wintermonaten Stellplatz und im Gebäude Räume für ihre Vorbereitungen und Training. Stefan Wagner betont, dass die künstlerische Recherche im Fokus stehen wird und diese aber, abhängig vom jeweiligen Künstler, gleichwertig mit der Realisation sein kann.

Die Jury reagiert sehr gut auf die Präsentation. Philipp Meier findet das Projekt super und er ist überzeugt, dass die Jury bei der Wahl des Kuratorenteams Grillo&Wagner den richtigen Entscheid getroffen hat. Er hat aber Bedenken, dass die Kuratoren zuviel realisieren wollen und der finanzielle Rahmen für die einzelnen Künstler darunter leiden könnte. Er empfiehlt weniger Künstler einen grösseres Budget zur Verfügung zu stellen damit die Konstanz entstehen kann, die es benötigt um vor Ort wahrgenommen zu werden.

Mirjam Varadinis überzeugt das Projekt ebenfalls. Sie schliesst sich den Ausführungen und Bedenken von Philipp Meier an und warnt ebenfalls davor, zuviele Projekte realisieren zu wollen. Ihre Erfahrung zeigt, dass ein solch komplexer Ort wie die zu bespielende Baubrache Zeit und Kontinuität fordert, die mit weniger Projekten besser zu gewährleisten ist. Irene Grillo und Stefan Wagner werden diesen Ratschlag in ihre Planung miteinbeziehen und gegebenenfalls auf weniger einzelne Künstler und Projekte setzen. Monika Sprecher, welche im MEHR ALS WOHNEN-Pavillion am Rande der Baubrache ihren Arbeitsplatz hat, wird bei der Realisation der Projekte für die Künstler zur Verfügung stehen und mit diesen zusammenarbeiten.

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