Interessieren Sie sich für Kunst?

Interessieren Sie sich für Kunst?
Umfrage zur Kunst in Baugenossenschaften

„Interessieren Sie sich für Kunst? Wenn Ja, welche Kunst interessiert Sie? Gibt es Kunstwerke in Ihrer Wohnbaugenossenschaft? Würden Sie gerne mehr Kunst in Ihrer Wohnbaugenossenschaft haben?“. Mit diesen und anderen Fragen zur Wahrnehmung von Kunst in Baugenossenschaften haben das Kuratorenduo Irene Grillo und Stefan Wagner zusammen mit der Grafikerin Sarah Infanger eine Postkarte gestaltet. Diese wurde in über 10’000 Haushalte verteilt. Mieterinnen und Mieter einiger der über vierzig Genossenschaften, die sich an der Baugenossenschaft mehr als wohnen beteiligen, erhielten in den vergangenen Monaten die Möglichkeit, ihre Meinung zur Kunst, die ihnen täglich begegnet, zu äussern. Eine bewusste Entscheidung, sich an der Umfrage teilzunehmen, bestand aber: Rechts oben auf der Vorderseite der Postkarte stand nämlich „Bitte frankieren.“

Was ist das Ziel dieser Befragung? Laut vielen Vorurteilen wird Kunst-am-Bau im Alltag oft als müssig oder überflüssig wahrgenommen. Das hat verschiedene Gründe. Oft sind die in Häusern und Höfen realisierten Kunstwerke so beschaffen, dass sie der Mieterschaft „suspekt“ erscheinen. Da in vielen Fällen keine richtige Auseinandersetzung mit den Kunstwerken stattfindet, ist es ausserdem schwierig für die Bewohnerschaft einen Zugang zu ihnen zu haben. Was ist aber das Potenzial der Kunst, die in Genossenschaften realisiert wurde oder erst realisiert wird? Die Postkarten-Umfrage will einerseits die oben genannten Vorurteile unter der Lupe nehmen, anderseits Mieterinnen und Mieter für Kunst sensibilisieren und ihren Antworten und Meinungen eine Stimme geben. Gefragt werden nicht die Ansichten von ausgewählten Experten, sondern diejenigen der alltäglichen Betrachterinnen und Betrachter.

Die Resultate der Auswertung sollen als Informationsmaterial für die weiteren Phasen des Projektes dienen, in denen es tatsächlich auch darum geht, Kunstwerke für das neue Wohnquartier auf dem Hunziker-Areal zu konzipieren und konkret zu realisieren. Da bis heute eine solche Befragung noch nie realisiert worden ist, liefert sie ausserdem Datenmaterial, von dem die an der Umfrage beteiligten Genossenschaften und sonstige Interessierte profitieren. Und selbstverständlich ist das Kuratorenduo Grillo/Wagner neugierig, was in den Genossenschaften über Kunst-am-Bau gedacht wird. So bleibt nur noch zu hoffen, dass ein möglichst grosser Rücklauf der Postkarten erfolgt. Weitere Informationen folgen nach der Auswertung Ende Jahr.

Zur Teilnahme an der Befragung wurden alle Mitglieder der baugenossenschaft mehr als wohnen eingeladen. Die Idee dabei ist es, das bereits bestehende Netzwerk von mehr als wohnen nachhaltig zu nutzen, um einen Einblick in den Mietalltag zu erhalten. Folgende Genossenschaften haben sich bis jetzt dafür entschieden: Allgemeine Baugenossenschaft Zürich, ASIG Wohngenossenschaft, Baugenossenschaft des eidgenossischen Personals Zürich, Baugenossenschaft des Kaufmännischen Verbandes Zürich, Baugenossenschaft Glattal, Baugenossenschaft Graphika, Baugenossenschaft Rotach, Baugenossenschaft Schönheim, Baugenossenschaft Turicum, Baugenossenschaft Wiese, Baugenossenschaft Dreieck, Genossenschaft Kalkbreite, Genossenschaft Neubühl, Heimgenossenschaft Schweighof, Stiftung PONTE Projektfonds, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Uster

Schreibe einen Kommentar